Refraktive und Kataraktchirurgie

Das humane Auge mit seinen transparenten Eigenschaften eignet sich in idealer Weise zur Anwendung der Ergebnisse aus der Grundlagenforschung des optischen Durchbruches. Hauptanwendungen sind hierbei die Korrektur der Fehlsichtigkeit mittels LASIK (Laser-in-situ-Keratomileusis) und die Behandlung von Katarakt (getrübte Linse) durch Einsatz einer transparenten intraokularen Linse. In beiden Fällen kann der chirurgische Eingriff durch Fokussierung gepulster Laserstrahlung in das Material erleichtert und verfeinert werden. Im Bereich der LASIK führten die Resultate bereits zu einem neuen System der Firma Schwind eye tech solutions. Das Lasersystem basiert auf der Nanosekundenpulstechnologie und nutzt analog zum Femtosekundenlaser das Prinzip der Plasmabildung in Verbindung mit einer Kavitationsblase zur Trennung des Hornhautgewebes (Flapbildung). Anstelle eines hochkomplexen Femtosekundenlasers kommt ein innovativer, faserverstärkter Mikrochip-Laser zum Einsatz. Mit seiner kurzen Wellenlänge (355 nm) im UV-Bereich und seinem aberrationsfreien Applikationssystem sorgt er für eine extrem hohe Schnittpräzision sowie größte Zuverlässigkeit für den Chirurgen. Die fokale Spotgröße des Lasers beträgt nur ein Drittel der Spotgröße marktgängiger Femtosekundenlaser. Beim LASIK-Flap führt dies zu präzisen Schnitten und glatten Schnittflächen bei der Flaperzeugung.

 


Beim gegenwärtigen Stand der Kataraktchirurgie wird das Auge seitlich aufgeschnitten und manuell eine kreisrunde Öffnung mit etwa 5 mm Durchmesser in der vorderen Linsenkapsel gerissen ("Kapsulorhexis"). Anschließend wird die Linse unter Schonung des restlichen Kapselsackes mittels einer Ultraschallsonde fragmentiert ("Phakoemulsifikation") und durch die seitliche Öffnung in der Hornhaut bzw. der angrenzenden Sklera abgesaugt. In den leeren Kapselsack wird dann eine Kunstlinse eingesetzt, die dem Patient wieder eine klare, scharfe Sicht ermöglicht. Die Anwendung von gepulster Laserstrahlung bietet hierbei eine Verbesserungsmöglichkeit. Es gelingt so, sowohl die Linse zu zertrümmern als auch die Linsenkapsel reproduzierbar, zentriert und kreisrund zu schneiden.